„Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl“ - Ausstellungseröffnung des interkulturellen Projektes „Orte in der Fremde – Vernetzungen“ im Kreishaus

Orte der Fremde
„Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl.“ Mit dieser Liedzeile von Herbert Grönemeyer eröffnete Landrat  Jörg Bensberg –  flankiert von drei emsigen jungen Dolmetschern aus der Sprachlernklasse – die Ausstellung „Orte in der Fremde - Vernetzungen". Die Hauptschule Bad Zwischenahn hat die - inzwischen mit dem MIXED UP Preis Ländlicher Raum 2015 ausgezeichnete Ausstellung - in Kooperation mit dem Oldenburger Verein „Slap – Social land art project“ (Slap) zusammengestellt.

Das Kunstprojekt der 25 Schüler im Alter von elf bis 17 Jahren, die aus Bulgarien, Tschetschenien, Rumänien, Bosnien, Serbien, dem Sudan, Ghana, der Elfenbeinküste, Albanien, Pakistan und Syrien kommen, stellt auf einer Tafel Wege in ihrer neuen Heimat dar und zeigt Netze auf, die sie bereits geknüpft haben. Die zusätzlich ausgestellten künstlerischen Arbeiten der Kinder und Jugendlichen mit Motiven aus dem Ammerland illustrieren diese Wege beeindruckend.

„Den Kindern, die neu in der ländlichen Region Ammerland sind, fällt es schwer, ihre Freizeit außerhalb ihrer Unterkünfte zu gestalten. Deshalb haben wir mit ‚Orte in der Fremde’ für ein abwechslungsreiches Kulturprogramm für die jungen Flüchtlinge im Alter von 11 bis 17 Jahren gesorgt. Das Projekt schaffte für sie den Rahmen, in einer neuen Lebenswelt heimisch zu werden und mit Menschen anderer Herkunft neue Erfahrungen zu machen. Gleichzeitig waren die Kinder dazu gezwungen, in der einzigen Sprache, die alle verstehen, nämlich in Deutsch, miteinander zu reden“, so Schulleiter Peter Röben. „Die Zusammenarbeit mit diesen Kindern war absolut bereichernd, das Miteinander vorbildlich. Diese Kinder gehen, trotz  ihrer unterschiedlichen Herkunft, in punkto Respekt und Toleranz  nachahmenswert miteinander um und haben keinerlei Berührungsängste. Sie sind unheimlich dankbar für alles, was man ihnen anbietet“, schwärmen die Leiter der Sprachlernklassen Gabriele Siegle und Waldemar Neigel, die bereits ein neues Projekt mit ihren Sprachlernklassen planen.

Finanziell gefördert  wurde das Projekt, das bis zu den Weihnachtsferien im Kreishaus zu sehen sein wird, vom Landkreis Ammerland, der Erwin-Roeske-Stiftung, der Oldenburgischen Landschaft und der Gemeinde Bad Zwischenahn.
 
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