Vierbeinige Landschaftspfleger im Einsatz – viel zu tun für Weiße gehörnte Moorschnucke und Skudde

Schafe Beweidungsprojekt
Das Beweidungsprojekt im Dachdeckermoor hat begonnen: Seit Juni kümmern sich Schafe um die Pflege der Moorheidefläche. Die robusten Schafrassen Weiße gehörnte Moorschnucke und Skudde verhindern das Aufkommen neuer Birken und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Moorheidefläche.

Die Beweidung erfolgt in enger Abstimmung zwischen der Unteren Naturschutzbehörde und dem Ehepaar Claus aus Ohrwege, den Besitzern der Schafe. „Wir freuen uns, dass Fintlandsmoor-Interessierte dieses Projekt tatkräftig unterstützen. Wir haben gemeinsam Versuchsflächen angelegt, um die Entwicklung der Vegetation durch die Beweidung zu beobachten und entwickeln für eine Ausweitung dieses Projekts bereits viele neue Ideen und Pläne“, freut sich Ulrike Winkler von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Ammerland.

Zum Hintergrund: Das Dachdeckermoor ist ein Teilbereich des Naturschutzgebietes „Fintlandsmoor“, gelegen am westlichen Rand der Gemeinde Bad Zwischenahn. Auf der rund fünf Hektar großen Fläche wurde zunächst Buchweizen angebaut; dann nutzte ein Dachdecker den Heidebewuchs für Reetdächer. Seitdem machen sich immer mehr Birken auf der Fläche breit und verdrängen seltene Pflanzen wie die Glockenheide, Wollgras, Sonnentau und die Rosmarinheide mit den verschiedenen Torfmoosarten. Nachdem der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Oldenburg die Fläche für den Naturschutz angekauft hatte, wurde der angrenzende Graben aufgefüllt, um das Moor feuchter zu halten und den Pflanzen der feuchten Moorheide wieder Lebensraum zu bieten. Die Schafe, die sich jetzt vom benachbarten kreiseigenen Hochmoorgrünland weiter ausbreiten  können, verhindern eine erneute Verbuschung dieses einzigartigen Naturraums.
 
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