Arbeit schaffen für behinderte Menschen: Ammerländer Wirtschaftsrunde von beruflicher Eingliederung begeistert

Ammerländer Wirtschaftsrunde bei GPS
Die 27. Ammerländer Wirtschaftsrunde, zu der Landrat Jörg Bensberg rund 80 Unternehmer aus dem Ammerland begrüßen konnte, war diesmal zu Gast in der GPS-Werkstatt Westerscheps (Gemeinnützige Gesellschaft für Paritätische Sozialarbeit mbH Wilhelmshaven). Diese betreibt dort und an fünf weiteren Standorten, unter anderem in Edewecht und Liethe, Werkstätten zur beruflichen Bildung von Menschen mit psychischen Erkrankungen.

Die Führungskräfte konnten sich bei einem Rundgang von dem vielfältigen Leistungsspektrum der GPS-Werkstätten, die insgesamt 1.300 Menschen mit Behinderungen beschäftigen, ein Bild machen. „Ein zentraler Punkt für die gesellschaftliche Integration behinderter Menschen ist die Teilhabe am Arbeitsleben. Doch finden viele Menschen mit Behinderungen keine Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt, viele Jugendliche mit Behinderungen haben Schwierigkeiten, einen betrieblichen Ausbildungsplatz zu finden“, so Detlef Opitz, Leitung Geschäftsbereich Arbeit der GPS. „Wir wollen heute mit dieser Veranstaltung dazu beitragen, dass sich diese Situation verbessert. Angesichts der demografischen Entwicklung kann eine verbesserte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsleben auch dazu beitragen, dem sich abzeichnenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken“, ergänzte Landrat Bensberg.

Hauke Pacholke, Mitarbeiter der GPS, stellte die 25jährige Geschäftsbeziehung mit dem Leuchtenhersteller Elektra vor, der in Westerscheps Kabelbäume und Leuchtenbauteile konfektionieren lässt. Nina Wiebesiek, Personalerin bei der Elektra GmbH, lobte die hohe Fertigungsqualität sowie die just-in-time Abwicklung der Aufträge.

Diesem Lob schlossen sich auch Vertreter der Firmen Sport Import Edewecht und Lager 3000 aus Wiefelstede an. Jürgen Chrzon, Fahrradspezialist aus Edewecht, forderte alle Unternehmer auf, sich mit der Inklusion im Betrieb zu beschäftigen. „Wir können mit den Mitarbeitern der GPS sehr gut auf die saisonalen Schwankungen im Handel reagieren. Mittlerweile gehören sie einfach dazu und sind auch bei unseren Betriebsfeiern dabei. Das Miteinander von behinderten und nicht behinderten Menschen trägt bei uns zu einem guten Betriebsklima bei“, unterstrich der Mitarbeiter von Sport Import.

Auch Florian Stascheit, Prokurist der Firma Lager 3000, wusste nur Positives von seinen Erfahrungen mit der GPS zu berichten: „Über eine Informationsveranstaltung beim Landkreis sind wir auf das Programm ‚Vielfalt leben‘ aufmerksam geworden. Zusammen mit den Arbeitsbegleitern der GPS haben wir für einen Mitarbeiter der GPS einen Arbeitsplatz bei Lager 3000 schaffen können. Berührungsängste konnten schnell abgebaut werden und jetzt gehört der Mitarbeiter fest zu unserem Team“, freute sich Stascheit über die produktive Zusammenarbeit.

Hinweise auf Fördermöglichkeiten im Bereich der Inklusion können interessierte Unternehmen bei dem Kreiswirtschaftsförderer Fred Carstens unter der Telefonnummer 04488/56-1690 erhalten. So können beispielsweise Personalkosten und Investitionskosten für die Schaffung von Arbeitsplätzen für Schwerbehinderte durch Zuschüsse gefördert werden.
 
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